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wrc dot org - findlinge |
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Bemerkenswertes, wissenswertes oder einfach nur überflüssiges im Netz.
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Linksammlung: Berichte rund um den Erfurter Amoklauf Bayerns Innenminister Günther Beckstein findet offenbar, daß sich der Erfurter Amoklauf hervorragend zum Wahlkampf eignet und auch sonst sind die Unionspositionen schon geklärt: Stoiber will wild Gewalttätigkeiten in den Medien verbieten und auch der SPD fällt eigentlich nichts anderes ein als zu überlegen "wie weit man die Gewaltverherrlichung im Fernsehen, auf Videospielen und dergleichen verbieten kann" (Peter Struck im ZDF). Einigkeit also über die böse Macht von Computerspielen und Video, aber (aus dem Spiegel): Zugleich warnte der Minister davor, "alle Schützen- und Schießsportvereine unter Generalverdacht zu stellen". Genau: Metal, Shooter-Games und Video werden generell für die Schlechtigkeit der Jugend verantwortlich gemacht, aber die Leute, die das Schießen mit echten Waffen üben und das dann "Sport" nennen, muß man freilich differenziert betrachten. Wie kommt es dann nur, daß sich Ballerspiele tausendfach verkaufen ohne daß die Leute deswegen in Massen auf den Straßen herumrennen und sich abknallen, aber jeder(!!!!) Amokschütze der jüngeren Vergangenheit das Schießen mit echten Waffen halbwegs legal gelernt hat? Hierzu unbedingt lesen: Zeitbombe Schützenvereine Als 11. September 2001 mit Flugzeugen gemordet wurde, spekulierte man am 12. September, dass die Terroristen am PC trainiert haben könnten In Wirklichkeit waren sie in Pilotenschulen. Wann immer ein Jugendlicher durchdreht, wird als erstes von Computerspielen und Videofilmen gesprochen. Doch das Schießen haben alle jugendlichen Amokläufer woanders gelernt(...) Aber wenn ein Stoiber Ehrenvorsitzender der "königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Wolfratshausen" ist, auf deren Homepage man von einer 45er begrüßt wird, und deren Mitglieder sicherlich eher Union wählen als der Slipknot-Fanclub braucht man sich nicht wirklich fragen, warum man in der Politik wieder mal derart gekonnt das Thema verfehlt. Ein wohl wesentlich themenorientierteres Zitat, diesmal wieder aus dem Spiegel: "Wir müssen uns klar machen, dass es sich auch bei einem öffentlich tolerierten Schulverweis um eine aggressive Handlung handelt. Wenn sie nicht begleitet und aufgearbeitet wird, kann sie zu unvorhersehbaren Handlungen führen. (...) Schulische Strafmaßnahmen aber und der Umgang mit ihnen müssen eingehend überdacht werden. Dabei muss man wissen, dass drastische Strafen ohne Alternativen in der Regel nicht zu Verhaltensänderungen führen." (Diplompsychologe Steffen Fliegel) von
Jens Scholz um 15:03
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wFreitag, April 12, 2002 |
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Pop: Die christliche Predigt kehrt mit neuer Wucht zurück. "Von Christengedöns bis barem Unsinn gehen die Vorwürfe, von Viva bis zum WOM-Journal macht man sich lustig über ihn, als solle mit aller Macht manch juvenile Kirchentagsvergangenheit exkommuniziert werden. Zwar schoss Xavier Naidoos neues Album aus dem Stand an die Spitze der Charts, und seine aktuelle Tour ist ausverkauft. Nur kein Musikkritiker, so scheint es, mag sich zum guten Menschen von Mannheim bekennen." Mit dieser einleitenden Sätzen beschreibt die tageszeitung in der heutigen Feuilleton - Rubrik, die neue Doppel-CD von Xavier Naidoos. Und weiter: "Dabei war schon auf Naidoos Debütalbum "Nicht von dieser Welt" der Glaube bereits unüberhörbar, aber er wurde damals nur als Nebengeräusch wahrgenommen. Inzwischen hat Naidoo jedoch seine Heimatstadt zum Ersatz-Jerusalem erklärt und das Ozonloch zur Abzugshaube für Umweltgifte. Nun reagiert die breite Öffentlichkeit auf den christlichen Bekenntniszwang peinlich berührt, ohne sich klar zu machen, dass mindestens jeder zweite R & B- oder Soul-Hit, den sie eifrig mitträllert, von den US-amerikanischen Originalen eine Auseinandersetzung mit dem Allmächtigen ist. Zwar bekennt sich Naidoo zu keiner bestimmten Konfession. Doch mit missionarischem Eifer beschwört er einen rächenden Gott, der Bäume knickt, die Welt in Brand steckt und Königreiche zerstört. So alttestamentarisch das Vokabular, so archaisch das Gottesbild, so einfältig ist oft die Wortwahl. Da reimt sich "Ortszeit" auf "Mordsleid" und der Titelsong macht jedem Schüttelvers Konkurrenz: "Ich tu alles für den Herrn / Ja, das tu ich gern / Alles für den Herrn / Der Rest liegt mir fern."
Wer mehr lesen will: "Postsäkularer Pop: Xavier Naidoo und Gentleman", die tageszeitung vom 12.04.2002 von
Lucas Corso um 15:30
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