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Im Kino: "Signs - Zeichen"
Signs ist der dritte Film von diesem Inder
dessen Namen man sich so schlecht merken kann, M. Night
Shyamalan. Nach dem unglaublich guten "Sixth Sense" hat er ja mit "Unbreakable" einen ziemlichen Langeweiler abgeliefert, der den vielen guten Ideen und der eigentlich einfallsreichen Story sowie dem wirklich guten Soundtrack Unrecht getan hat. "Unbreakable" war viel zu Ernst gehalten und aus irgendwelchen künstlerischen Gründen kam auch nie echte Spannung auf. Daher war ich ein wenig skeptisch mit "Signs": Das Thema Kornkreise versprach eher esoterische Ödnis als eine pfiffige Story und der Trailer erinnerte sehr an die Humorlosigkeit von "Unbreakable". Dennoch,
irgendwann hatte ich einfach Lust auf Kino und da "Minority Report" ausverkauft war, setzte ich mich mit etwa zehn anderen Besuchern in ein Riesenkino und schaute mir "Signs" an. Was soll ich sagen? Er ist gut!
Der Film hat einige Erzählebenen, was ihn zum ersten Film dieses Regisseurs macht, den man sich mehr als einmal anschauen kann (die anderen Beiden leben allein von der Auflösung am Ende): Der
haptsächliche Plot (mit den Kornkreisen) ist ein richtig guter Gag, denn er erzählt
im Prinzip H.G. Wells "Krieg der Welten" bzw. eine waschechte Alieninvasion im Stil der SciFi-Movies der vierziger und fünfziger Jahre. Wenn man solche Filme kennt, ist diese Hintergrundstory
somit klar, kennt man sie nicht, kann es aber sein, daß man in den wie ein Kammerspiel gefilmten Bildern etwas verloren geht, denn man sieht von dieser weltweiten Invasion so gut wie gar nichts, außer in verwaschenen CNN-Bildern im Fernsehen: Das geht sogar so weit, daß sich die Kamera zur heiße Phase des Alienüberfalls auf die Welt ausschließlich mit den Protagonisten im Keller des Hauses aufhält und man hört lediglich die marodierenden Horden das Haus durchsuchen. Mel
Gibson
spielt den Familienvater, der seit dem Unfalltod seiner Frau vor
sechs Monaten seinen Job als Pfarrer an den Nagel gehängt hat. Auch
dieser Unterplot jedoch trägt nicht etwa eine christliche
Botschaft, was dadurch klar wird, daß nciht einmal wirklich über
christliche Themen gesprochen wird, Jesus wird ebenfalls nicht
einmal genannt. Nein, die Frage, die Shyamalan in all diesen
seltsamen Handlungsebenen untersucht ist, ob das Leben Zufall ist
oder ob doch alles irgendwie zusammenhängt. Ein heidnisches
Grundthema, finde ich, denn wie oft sehe ich Heiden überrascht,
wenn Synchronizitäten geschehen: In einem Weltbild, in dem die
Natur ein Gebilde ist, in dem alles Lebendige wie in einem Teppich
miteinander verwoben ist, sollte das eigentlich keine Verwunderung
auslösen.
Der Humor in "Signs" ist somit zwar extrem subtil, aber er ist ständig vorhanden: Die Sterilität des Vorgängers fehlt dadurch völlig und man kann sich gut auf die Hauptpersonen einlassen. Gibson spielt herrlich, die Kinder sind allerdings (wieder mal) die echten
Highlights.
(Jens
Scholz)
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