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Die bösen Glossen der Tommyknockers sind sicher nicht jedermanns Sache. Aber was solls?

"Sie künden den Tod an, wenn sie drei mal an der Wand klopfen..." 

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U-Boote des Vatikans

Liebe Leser, kennt Ihr den Arbeitskreis Naudhiz?
Ich bisher auch nicht. 
Schaut man auf der Website nach, stellt sich schnell heraus, dass es sich um eine Handvoll verwirrter Neu-Heiden handelt, deren "Führungsebene" (!) aus drei Jungspunden im Alter von 20 - 23 Jahren besteht.

Man sieht sich im "Widerstand gegen das bigotte Christentum", das selbstverständlich der "ewige Feind" ist. Datiert wird in der Zeitrechnung "nach Stonehenge (n.St.)", und wer jetzt vermutet, das auch die geistige Entwicklung dieser fünf Freunde in Not in der Jungsteinzeit hängen geblieben ist, liegt nicht falsch:

Zur Erklärung, was Heidentum ist, postet man ausgiebig Texte des NPD-Funktionärs und Artgemeinschafts-Ideologen Dr. Winfried Hopfner (auszugsweise - "weil der Autor Heidentum und Politik doch etwas zu heftig vermischt"). Was den Schutz "unserer biologischen Basis" angeht, thematisiert man als erstes das Schächten bei Juden und Moslems. Mit Freude verlinkt man wahlweise zur völkisch-rassistischen "Artgemeinschaft", zur "Deutschen Heidnischen Front" oder zum ARUN-Verlag. Und über die Taten des rechtsextremen Kirchenanzünders und Christenbekämpfers Varg Vikernes, der 1994 nach Ermordung eines Mitstreiters und geplanter Sprengung von Norwegens Nationalkathedrale zu 21 Jahren Haft verurteilt wurde, berichtet man ausgiebig im romantischen Plauderton.

Selbstverständlich distanziert man sich offiziell sanft von ihm: "....nicht stellvertretend für die heidnische Szene..." oder so - was natürlich erstens Quatsch ist, weil rechtsextreme Musiker wie Vikernes tatsächlich für die Mentalität großer Teile des zahlenmäßig recht bedeutenden braunen Heidentums steht. Und zweitens wohl auch nicht so richtig ernstgemeint, denn die netten schicken Photos von brennenden Kirchen und dem hübschen Bandleader legen eine klammheimliche Sympathie doch recht nahe. Beim Künstler-Interview hat man nach eigener Aussage den "politischen Teil ... ausgeklammert". Deshalb darf man dann auch folgende unkommentiert abgedruckte Sätze von Vikernes ganz unpolitisch verstehen:

 "Heutzutage versuchen sie, auch die letzte Barriere zu brechen, indem sie wollen, dass sich die Rassen vermischen. Sie wollen unser Blut und unsere Natur verunreinigen.... Zuerst vernichten sie unsere heidnische Seele und Geist indem sie uns den jüdischen Glauben aufzwingen und nun wollen sie unser Blut vernichten!"

 Eine bekannte Backmischung also aus "dumm wie Brot" (das bekanntlich oft braun ist), und etwas aufmerksameren Umgang mit dem Presserecht, damit man strafrechtlich nicht auffällig wird. Dieser Haufen hat im August 2002 einen Rundbrief versendet, in dem in Sorge um heidnisches Heil ausdrücklich vor dem Rabenclan - Arbeitskreis für Heiden in Deutschland gewarnt wird.

Das Drama um diese einseitige und nicht erhörte Hassliebe begann im Frühjahr 2002. Damals schlug der "Arbeitskreis Naudhiz" dem Rabenclan offiziell einen Bannertausch vor - und wunderte sich mit der Zeit, dass es partout keine Reaktion gab (eben dumm wie Brot - wir hatten das schon). Monate verzweifelten Wartens verstrichen, bei denen die feuchtbraunen Teenagerträume nach einer Internet-Kooperation wohl einen immer schaleren Geschmack bekamen. Schließlich bemüßigte man bei sich Naudhiz dann doch, sein Gehirn anzustellen und stellte hinsichtlich des Rabenclans enttäuscht fest, dass es bei dieser obskuren "Organisation" einen "krankhaften Zensurwahn" gäbe.

Die narzisstische Kränkung saß tief und ein Vertreter von Naudhiz beschwerte sich im Internet-Gästebuch des Rabenclans darüber, dass er auf den Vereinsseiten beim besten Willen nichts finden könne, "was sich nicht um tatsächliche oder angebliche Ariosophie, Rassismus, Nazis, totalitäres Denken usw. dreht". Der Rabenclan "betreibe unter dem Denkmantel des Heidentums (destruktive) Politik".

 Damit könnte es das gewesen sein. Doch das Gehirn der aufrechten deutschen Jungrecken kam nicht zur Ruhe und kochte weiter - wie das so ist, wenn viel Wasser, wenig Masse und libidonöse Jugendhitze zusammenkommen.

 Im August-Rundbrief beschloss man dann: "Es gibt Situationen, da hört der Spass auf!" und rief zu einer Gästebuch-Protestaktion auf der Rabenclan-Website auf:
 "Inzwischen sind wir der Meinung, dass diese Seite nicht nur einige komische politische Ansichten vertritt (man mag dazu stehen was man will) sondern in Wirklichkeit gegen das Heidentum arbeitet und dieses nur für ihre unzweideutige Ideologie benutzt."

Genau! Da hat der Vatikan doch rechtzeitig die Gefahr gewittert und Gegenmaßnahmen eingeleitet: Der Rabenclan als U-Boot des "ewigen Feindes", gesteuert vom Geheimdienst der Jesuiten, um heimlich das heimatverbundene, deutsche Heidentum zu untermininieren! Und für das schlechte Deutsch im Naudhiz-Rundbrief ist er auch verantwortlich, dieser jüdisch-christliche Multi-Kulti-Verein. Vielleicht sollte man anstatt christlicher Kirchen doch gleich das interaktive Rabenclan-Gästebuch anzünden. Oder noch drastischer:
Man boykottiert das Gästebuch und meldet sich dort gar nicht mehr!
Dann haben die den Salat!

Angesichts dieser Lage rät Dr. Sommer: Liebe Naudhiz-ler, vielleicht beschäftigt Ihr Euch ersteinmal doch damit, die noch verbliebenen Pubertätspickel auszudrücken. Die Zeit vor dem Spiegel könnt ihr dann benutzen, um darüber nachzudenken, ob Ihr Eure Jugend und Eure Zukunft tatsächlich mit rechtem Gedankenmüll versauen wollt. Und darüber, warum der Rabenclan mit Freude eine Gesellschaft der Kirchen immer und allezeit der Eurigen vorziehen wird.

Aber wie sagt ihr so schön: Dazu mag man stehen, was man will.

 Knock, knock!
  


wdie bösen glossen in rc dot org

Tommyknockers sind kleine, aber mächtige und jähzornige Kobolde, die in Minen hausen und dort zuweilen sehr garstige Dinge mit den Arbeitern tun. Man kann sie nicht loswerden und man sollte sie tunlichst nicht verärgern, denn sowas geht immer böse aus.

Die Redaktion "Tommyknockers" in rc dot org  hat sich diese Eigenschaften zu Herzen genommen und verfasst in loser Reihenfolge Glossen, die durchaus auch ätzende Satire beinhalten. Es sind Meinungen, durchaus auch mal Übertreibungen und oft genug Provokationen.